In Entwicklung

Kunst aus der DDR

In jüngster Zeit erlebt die Kunst aus der DDR eine nicht zu übersehende Renaissance. 2018 gipfelte sie in Besucherschlagen vor dem Museum Barberini und instensiven Kunstdebatten in Dresden. Hier sah sich die aus dem Westen stammenden Albertina-Direktorin mit heftigsten Kolonialismus-Vorwürfen konfrontiert. Und es geht weiter. Für das 30jährige Jubiläum des Mauerfalls in 2019 sind die Ausstellungskalender reich gefüllt mit „Best-Of-Ost“-Ausstellungen in Ost und West.

Die Kunst aus der DDR boomt. Das ist der Ausgangspunkt eines Films, der sich aus der Perspektive einer jungen Dokumentarfilmerin und Vertreterin der 3. Generation Ost auf neugierige aber unbefangene Weise ein Bild von den lange verdrängten Bildwelten der DDR machen will.

Für viele war es ein Verlust, für andere eine Erlösung – zum Ende der DDR wurden nicht nur Kombinate und Politiker, sondern auch Bildwelten abgewickelt. Staatliche Auftragskunst wanderte ins Depot, aber auch regimekritische Kunst verschwand. Umgekehrt feierten im Westen Künstler Erfolge, die auch schon zu DDR-Zeiten dort zu sehen waren. Aber nun werden viele Depots wieder geöffnet.

„Kunst ist ein soziales Erinnerungsorgan“, so der Kunsthistoriker Aby Warburg 1919. Was heißt das für die Kunst aus der DDR, ist die Frage dieses Films. Welche Erinnerungen verbinden die Menschen aus der ehemaligen DDR mit einer Kunst, die sie über 40 Jahre umgeben oder beschäftigt hat und die nach 1990 plötzlich kaum mehr etwas galt? Warum reagieren sie so emotional auf die Kunst und was sagt uns das über die Folgen der deutschen Teilung?

Buch: Sylvie Kürsten