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Rivalry in Music – Furtwängler vs. Toscanini

Zwei, ohne die der Beruf des Dirigenten nicht der wäre, der er heute ist; aber auch zwei, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnte: Arturo Toscanini und Wilhelm Furtwängler.

Der eine rigoros in seiner Treue zur Partitur und darin zukunftsweisend, der andere mit seiner radikalen Subjektivität schon zu Lebzeiten wie aus einem vergangenen Jahrhundert. Der eine schockierend unbeherrscht, der bei Proben seine Musiker beschimpft und sogar schlägt, der andere voller Selbstzweifel.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren sie Giganten ihres Faches, die einen Ruf genossen wie heute Popstars. Als sie 1931 zum ersten und einzigen Mal gemeinsam bei den Bayreuther Festspielen dirigieren, ist das eine Sternstunde, um die sich bis heute Legenden ranken. Doch bald darauf werden aus Konkurrenten, die sich höflich respektieren, erbitterte Feinde. Beide sind gezwungen, eine Haltung zum Faschismus in ihrem Land einzunehmen – beide wählen radikal unterschiedliche Wege. Toscanini, der als hitzköpfiger Dirigent den Spitznamen “der Diktator” trägt, bietet sehr früh Mussolini mutig die Stirn. Der erzkonservative Furtwängler hingegen beruft sich darauf, Kunst sei immer unpolitisch, und geht widerwillig einen Pakt mit den Nazis ein. Und während Toscanini in die USA emigriert und dort zum Medienstar wird, dirigiert sich Furtwängler im Dritten Reich um Kopf und Kragen…

Die Dokumentation macht nicht nur die unterschiedlichen musikalischen Welten der beiden großen Dirigenten anschaulich, indem sie an Originalschauplätzen in Mailand, Bayreuth und New York ihre Karrieren nachzeichnet; sie stellt eine Frage, die heute wichtiger ist, denn je: Was hat Kunst mit Moral zu tun?

A film by Thomas von Steinaecker
DoP: Chris Valentien
Sound: Robert Sandow, Waldemar Bruch
Editor: Volker Schaner
Producer: Lucie Tamborini
Executive Producer: Bernhard von Hülsen, Maria Willer
Commissioning Editor: Dietmar Klumm (ZDF/Arte)

A 3B-Produktion GmbH production for ZDF together with Arte

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