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Echos einer Ära: Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker

Wie gestalten Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker das Ende ihrer gemeinsamen Ära? Es wird auf beiden Seiten Bilanz gezogen, doch einen Schlussstrich möchte in Wahrheit niemand ziehen. Vielmehr öffnen sich neue Türen, so dass die Botschaft unserer filmischen Erzählung lautet: diesem Ende wohnt ein Zauber inne!

Worin besteht der Zauber? Wir erleben das Ende einer Ehe, bei der die Scheidung fünf Jahre vor der Trennung eingereicht wurde. Die Claims sind abgesteckt, alle Höhen und Tiefen der Partnerschaft bereits durchlaufen. Es ist die Periode des größten gemeinsamen Nenners und der Gelassenheit. Wir befinden uns inmitten jenes Abschnitts der Partnerschaft, den wir einmal am meisten vermissen werden.

Der Haken dabei: den vielbeschworenen gemeinsamen Nenner gibt es überhaupt nicht. Es kann ihn gar nicht geben. Unter 128 Musikern sind weder alle Musiker noch – und das ist entscheidender – alle Instrumentengruppen jemals gleich zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg. Ein Dirigent ist wie ein Kapitän, der seine Mannschaft nicht glücklich machen, aber bei Laune halten soll und eine Meuterei verhindern muss, um gemeinsam weitgesteckte Ziele zu erreichen. Simon Rattle hat sein Leben lang viel Energie darauf verwendet, den Kurs seiner Schiffe in musikalische Bermuda-Dreiecke zu lenken. Bildlich gesprochen hat er mit dem Tanker Berliner Philharmoniker Kap Hoorn mehrfach erfolgreich umrundet. Er ist in der öffentlichen Wahrnehmung auch deshalb nicht grundlos „Mr. Education“.

Kulturdokumentation, D 2018, 52 Min.
In Produktion

Buch und Regie: Eric Schulz
Kamera: Fariba Nilchian
Schnitt: Peter Klum
Redaktion: Christian von Behr, Dorothea Diekmann
Produktionsleitung: Maximilian Reich
Produzenten: Bernhard v. Hülsen, Maria Willer, Robert Zimmermann

Eine Koproduktion von 3B-Produktion mit RBB und BPhilMedia in Zusammenarbeit mit Arte